THE JULIET ROSE BAR

Zehn Jahre investierte der englische Rosenzüchter David Austin Ende des 20. Jahrhunderts in die Züchtung seiner ganz persönlichen, perfekten Rose. Gleichmäßige Rosettenblüten, leuchtend apricotfarben und ein frischer, intensiver Duft nach Teerosen. Die Entstehung der „Sweet Juliet“ ist eine Geschichte von Leidenschaft, Passion und extremen Durchhaltevermögen, um letztendlich die von uns Menschen so oft angestrebte Perfektion zu erreichen. Von David Austin und seiner „Sweet Juliet“ inspiriert entstand in der Zusammenarbeit des Hilton Hotels und der Kölner Agentur „Cocktailkunst“ unter Stefan Hinz und Oliver von Carnap das einzigartige Konzept der Juliet Rose Bar. An der Rosenheimerstraße im Erdgeschoss des 2018 renovierten Hilton Hotels findet sich diese kleine Oase für Augen, Ohren und Gaumen.

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Mit einer fetten Erkältung und dick in meinen Fake Fur-Stinktiermantel eingehüllt flüchte ich mich an diesem Januarmittag in die hell erleuchtete Bar. Von neun Uhr morgens bis nach Mitternacht bietet die Bar kulinarischen Freaks und Liebhabern der schönen Dinge im Leben Zuflucht. Der Weg in die Bar führt über einen Gang aus beleuchteten Wänden mit Palmenmotiven. Willkommen im Lichterurwald. Am Ende wartet prachtvoll das Herz des Raumes – die Bar. Hohe Stühle mit dicken, caramelbraune Lederpolstern und feinen Messingbeinen, Kristallgläser, angestrahlt von individuellen Lampendesigns und eine blank geputzte Theke aus hellem Stein machen die Juliet Rose Bar zu einer Augenweide. Sofort muss ich an meine Lieblingslocations in Paris, London und San Francisco denken. Wer nicht direkt im Mittelpunkt sitzen will, kann es sich in den rosafarbenen Sesseln gemütlich machen und ein Stück des hausgemachten Mamorkuchens kosten. Die puderfarbene Rose auf jedem Tisch zeigt viel Liebe zum Detail.

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Barmanager Sebastian Lumpe und sein Team wollen ihren Gästen mit der Juliet Rose Bar einen Hauch Großstadtfeeling vermitteln. Einen Ort an dem jeder ganz so kommen kann wie er will, lässig in Jeans und Sneaker, im microkurzen Glitzerkleid und Heels oder im Anzug. Egal ob zum entspannten Lunch, einen schnellen Espresso oder zum Afterwork Cocktail. Modern und durchgestylt wirkt die Bar ohne dabei leblos oder kalt zu erscheinen. Dieser Effekt soll in Zukunft noch durch eine besondere Bepflanzung an der Decke und im Rest des Raumes verstärkt werden, erzählt Sebastian. Der perfekte Lebensraum für Großstadtmiezen wie mich.

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Auch kulinarisch gibt sich die Bar alle Mühe hohen, internationalen Ansprüchen genüge zu tun. „From root to fruit“ – inspiriert vom Prinzip des englischen Spitzenkochs Fergus Henderson „From nose to tail“ zieht sich wie ein roter Faden durch die kulinarische Welt im Juliet Rose. So wird für die Basis der hausgemachte Grapfruitlimonade von der Zeste bis zum bittersüßen Furchtsaft alles verwendet. Zusätzlich achtet Roman Kotte, Küchenchef und studierter Lebensmitteltechniker, bei der Auswahl von Gemüse- und Fleischlieferanten auf regional angesiedelte Unternehmen. Neben der Kooperation mit der Münchner Traditionsbäckerei Hofpfisterei, stammt der „Juliet Rose Housblend Coffee“ von der Rösterei „Wildkaffee“ am Tegernsee. Ihren Tee bezieht die Juliet Rose Bar von Wellmondo, wo Inhaber Alexander Linhart bei seiner Teeproduktion auf hohe Qualität und exklusive Geschmacksrichtungen setzt.

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„Fruity, Floral, Herbal und Woody“ – mit Hilfe dieser vier Säulen findet man sich sowohl in der Speise- als auch Cocktailkarte schnell zurecht und entdeckt hier alte Klassiker wie einen Old Fashioned mit Ahornsirup und Walnuss neu interpretiert. Egal ob es einen nach dem „Best Porridge In Town“ mit Berren, Agavennektar und Kokos oder einem Pastrami New Yorker Style gelüstet – die Küche im Juliet Rose bietet morgens bis abends feine und vor allem besondere Geschmackskombinationen. Am Wochenende gibt es Brunch, aber nicht wie gewohnt vom Buffet, sondern wie in berühmten Londoner und Pariser Cafés, von der Etagere. Auch diese Entscheidung begründet Barmanager Sebastian Lumpe mit dem Thema Nachhaltigkeit, da  die benötigten Mengen so leichter zu kalkulieren sind und am Ende weniger Lebensmittel weggeschmissen werden müssen.

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Was die Entwicklung der Barszene angeht, sieht Sebastian München ganz vorne mit dabei. Egal ob im Herzog, der neuen OryBar im Mandarin Oriental oder bei Charles Schumann am Odeonsplatz – hier findet große Cocktailkunst statt. Qualität und Originalität seien hier genau so wichtig, wie das individuelle Interiordesign der Locations. München sei zwar ein Dorf, aber trotzdem bestehe hier schon immer ein großes Interesse gastronomisch auf dem neusten Stand zu bleiben und eine vielseitige Auswahl an Bars und Restaurants zu Verfügung zu haben. Folglich müsse man seinen Gästen kontinuierlich etwas neues bieten und gleichzeitig den gewohnten Qualitätsstandard halten. Konkurrenzdenken sei in der Barszene allerdings fehl am Platz. Vielmehr inspiriere man sich gegenseitig. Tatsächlich treffe man sich sogar regelmäßig mit den Bartender-Kollegen und tausche Ideen, Rezepte und Neuigkeiten aus. Die daraus resultierende Vielfalt an neuen und alten Hot-Spots macht München auch für mich zu einem kleinen Schlaraffenland. Die Juliet Rose Bar ist definitiv auf meiner persönlichen „Food&Drinks“ Liste gelandet. Das nächste Mal werde ich abends auf einen Drink vorbeischauen. Mal sehen, was die Jungs dann aus meinem Lieblingsklassiker, dem Manhattan, noch so raus zaubern.

Fotos: Sophia

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